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Ist es richtig, Menschen mit Behinderung seine Hilfestellung anzubieten?



Menschen sind oft gleichgültig, gedankenlos und/oder unsicher. Daraus resultieren viele Verhaltensweisen, die zu Missverständnissen im gegenseitigen Umgang führen.

  1. Grundsätzlich ist es sehr wichtig, dass für Menschen mit Behinderungen die Barrieren beseitigt werden, die sie daran hindern, selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

  2. Ein Mensch mit Behinderung – der selbstbewusst ist – traut sich um Hilfe zu bitten, wenn er sie benötigt.

  3. Selbstbewusstsein erlangt man nur, wenn man ernst genommen wird d.h. ein Verhalten aus reiner Gefälligkeit oder aus Mitleid bringt den/die Betroffenen in eine hilflose Rolle und dies steht der Entwicklung zu einem selbstbewussten Menschen im Weg. Gefühle der Wut und Ohnmacht sind die Folge.

  4. Ähnlich verhält es sich mit einer übertriebenen Zuvorkommenheit: es entsteht ein Gefühl des “Verhätschelt-Werdens”, abgesehen davon, dass der Mensch mit Behinderung ev. die Hilfe gar nicht benötigt und ihm durch die vorauseilende Hilfe die Gelegenheit genommen wird, selbstbestimmt etwas durchzuführen oder zu erledigen um sich dadurch auf Augenhöhe mit nicht behinderten Menschen zu befinden. Etwas selbst geschafft zu haben macht stolz und erhöht das Selbstbewusstsein.

  5. Als Alternative zu einem Verhalten einer übertriebenen Zuvorkommenheit, aus reiner Gefälligkeit oder aus Mitleid wünschen sich Menschen mit Behinderungen, dass sie auf normale Themen angesprochen werden, denn dann fühlen sie sich gleichberechtigt. Entgegen allen Vorstellungen von Außenstehenden sind Menschen mit Behinderungen wesentlich normaler, als man denkt. Das gemeinsame Schicksal, einer Behinderung macht sie noch lange nicht zu einer homogenen Gruppe - im Gegenteil, die einzelnen Menschen mit Behinderung repr√§sentieren die gesamte Gesellschaft mit all ihren Strömungen und Problemen.

  6. Mit diesem Wissen fällt es den nicht behinderten Menschen leichter, einen Anknüpfungspunkt für ein Gespräch zu finden und ihrem Gegenüber auch die Zeit zu geben, die er/sie benötigt um auch etwas zu fragen oder mitzuteilen.



INTEGRATION:KÄRNTEN – ungehindert behindert MMag. Isolde Matweber, erarbeitet mit Betroffenen 1/2015